Learning Session 5: Produktstrategie

5.1 Von der Vision zum Produkt

https://vimeo.com/597782034/288b5bb42c

Präsentation zum Download: PM UPGREAT Session 5 01 Von der Vision zum Produkt

Hinweis zum Video: Sowohl das Kano-Modell als auch das Value Proposition Canvas findest du in der nächsten Session 6.

Deine Aufgaben:

Elevator Pitch Template zum Download: PM UPGREAT Session 5 04 Elevator Pitch Template

5.2 Mit Roadmaps die Richtung vorgeben

Produktmanagement bedeutet Führung – und die Roadmap ist zusammen mit der Produktvision ein wichtiges Instrument, um deinen Stakeholdern aufzuzeigen, welche Richtung du vorgibst. Sie ist damit ebenfalls ein Kommunikationstool für deine Strategie. Sie erweckt die Strategie zum Leben und bricht sie auf konkrete Lösungen zu Problemen und Bedürfnissen der Kunden und Anwender herunter.

 

Leider werden Roadmaps in vielen Organisation immer noch als eine Art Projektplan behandelt. Eine visuelle Auflistung von zu liefernden Features in zeitlicher Abfolge.

Was ist eine Roadmap?

Wörtlich übersetzt ist eine Roadmap eine Straßenkarte. Sie zeigt auf, wo wir uns als Unternehmen mit unserem Produkt gerade befinden und wo wir hin wollen.

 

Ich möchte einmal ganz kurz bei der Metapher der Straßenkarte bleiben, denn sie passt ganz gut zum Thema Strategie: Wenn wir eine Route planen, dann haben wir stets unser Ziel im Blick. Denn es geht darum, dieses Ziel zu erreichen. Das Ziel ist es auch, das uns als Produktteam und auch als Kunden motiviert und inspiriert, uns auf den (langen) Weg zu machen. Der Weg selbst ist zweitrangig bzw. wir müssen bei unserer Planung auch flexibel bleiben, da wir im Grunde jederzeit mit Stau, Baustellen oder anderen Straßenblockaden rechnen müssen. Und so ist es auch mit Produkt-Roadmaps. Wir brauchen ein klares Ziel, eine übergeordnete Produktvision, die uns Orientierung gibt. Darunter brauchen wir ggf. Etappenziele. Diese Ziele sind keine Umsatz- oder andere Unternehmensziele. Diese Ziele haben vielmehr etwas damit zu tun, was das Produkt für die Kunden und Anwender bewirken soll. Es sind also die Ziele der Kunden und Anwender, die wir in den Fokus rücken sollten. Wir erreichen unsere Unternehmensziele, indem wir den Kunden und Anwendern dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen. Dies gilt insbesondere im B2B und industriellen Umfeld.

 

Wie diese Ziele dann erreicht werden können, dafür gibt es sicher mehrere Lösungsmöglichkeiten, die analysiert werden können und die verschiedenen Optionen einer Roadmap darstellen. Im Falle einer Sackgasse, sollte flexibel umgeplant werden können. Schon allein deshalb können Roadmaps keine Projektpläne sein.

Eine Roadmap ist in erster Linie ein Kommunikationsmedium, das mehrere Zwecke erfüllen soll:

Als Produktmanager:in musst du dir also im Klaren sein, welchen Zweck die Roadmap erfüllen soll. Wenn sie sowohl interne als auch externe Zielgruppen ansprechen soll, kann es sinnvoll sein, sie in zwei Varianten mit unterschiedlichen Detailgraden und Elementen anzulegen, um den unterschiedlichen Informationsansprüchen gerecht zu werden.

 

Sei dir bewusst, wie wertvoll die Roadmap für das Alignment ist. Eine Roadmap ist keine Einbahnstraße. Sie ermöglicht internen und externen Stakeholdern die Pläne zu verstehen und ist damit auch eine großartige Diskussionsgrundlage bezüglich der nächsten Ziele und mittelfristigen Produktausrichtung. Außerdem schafft eine Vision und Planung Vertrauen ins Produkt und deine Arbeit als Produktmanager:in. Dieses Vertrauen ist insbesondere auch wichtig für Vertriebs- und Handelspartner.

Arten von Roadmaps

Ich habe Roadmaps schon in zahlreichen Formaten kennengelernt. Es gibt nicht das eine richtige Format, denn schließlich wählst du in deiner Produktmanagement-Organisation das Format danach aus, wie ihr in eurem Kontext eure Pläne am einfachsten und klarsten kommunizieren könnt.

 

Typische Formate sind:

Grundsätzlich ist alles erlaubt, das ein gemeinsames Verständnis dafür schafft, in welche Richtung das Produkt entwickelt wird und warum. Deine Kommunikationsziele und Roadmapinhalte sollten also das Format bestimmen und nicht andersherum.

Was gehört in eine Roadmap?

Produktname & Vision: Der Produktname ist selbsterklärend. Deine Produktvision ist ein prägnantes Statement zur langfristigen Ausrichtung des Produkts.

 

Themen: Ich empfehle Themen statt Features aufzuführen. Themen stellen dar, welche Kundenbedürfnisse erfüllt werden sollen. Sie fokussieren sich auf das Ergebnis, nicht auf die Funktionalität. So gibst du auch der Entwicklung Flexibilität bei der Umsetzung (es geht um das Ergebnis, nicht um den Weg dahin.)

Beispiele: „Verbesserte Nutzerverwaltung“, „Gesteigerte Haltbarkeit“, „Einfachere Handhabung der Berichterstellung“

 

Zeitrahmen: Deine Roadmap sollte einen Zeitrahmen umfassen, denen die Themen zugeordnet sind. Der gesamte Zeitrahmen (z.B. 2 Jahre) ist in einzelne zeitliche Segmente aufgeteilt. Je näher ein Segment am heutigen Tag ist, desto kürzer kannst du es halten (z.B. erst Monate, dann Quartale, dann Halbjahre). Je weiter ein Thema in der Zukunft liegt, desto unsicherer ist der genaue Lieferzeitpunkt, und mit diesem Ansatz behältst du dir eine gewisse Flexibilität vor. Du kannst den gesamten Zeitrahmen zusätzlich in eine „festgelegte Roadmap“ und „Kandidaten“ aufteilen. Kandidatenthemen sind solche, die aktuell erwogen werden, zu denen aber noch keine Verpflichtung abgegeben werden kann.

 

Geschäftsziele: Du solltest den einzelnen Themen deine Geschäftsziele aus deiner Strategie zuweisen. Stell dir dafür die Frage: „Wozu setzen wir dieses Thema um?“. Geht es darum, neue Kundensegmente zu erreichen, Bestandskunden zu halten, ein Up-Selling zu ermöglichen, oder vielleicht technische Schuld abzubauen? Die Aufnahme von Geschäftszielen schafft Transparenz zu deinen Entscheidungen gegenüber Stakeholdern.

 

Eine Aussage zur Gültigkeit: Pläne ändern sich, dasselbe gilt natürlich für Roadmaps. Daher sollte jede Roadmap-Version eine Gültigkeit erhalten (z.B. „Gültig bis 31.12.2024.“)

Zusätzlich können die folgenden Inhalte optional in deiner Roadmap hilfreich sein, abhängig von deinen Kommunikationszielen:

 

Features/ Funktionalitäten: Dort wo Features und Funktionalitäten zu den Themen wirklich feststehen, können sie genannt werden.

 

Zielgruppe für die Themen: Mit Zielgruppen lieferst du internen Stakeholdern einen besseren Kontext dazu, für wen ein Thema entwickelt wird.

 

Entwicklungsphase: Hiermit kannst du darstellen, in welcher Phase der Entwicklung sich ein Thema befindet. Befindet es sich noch in der Discovery, gibt es schon einen Prototypen, werden mögliche Fertigungsmaterialien getestet, sind Werkzeuge hergestellt oder befindet es sich bereits in Vorserie?

 

Bei Software weitere Themen-Unterteilung: Aufteilung in Themen, Plattform-Updates und Maintenance-Releasezyklen.

Deine Aufgaben:

5.3 Lebenszyklusmanagement

https://vimeo.com/668393228?share=copy

Präsentation zum Download: PM UPGREAT Session 6 07 Lebenszyklusmanagement

Checkliste zum Download: PM UPGREAT Session 6 08 Checkliste Lebenszyklusmanagement

Deine Aufgaben:

So identifizierst du Abkündigungskandidaten:

Reflexionsübung:

Beantworte die folgenden Fragen schriftlich auf einem Blatt Papier oder in einem Notizbuch. Lass dem Stift und deinen Gedanken freien Lauf.

5.4 Buchempfehlungen

Continouos Discovery Habits von Teresa Torres 

Das neue Buch von Teresa Torres wird wohl die neue Standardlektüre zum Thema Product Discovery und nutzerzentrierte Produktentwicklung werden. Sie beschreibt und erklärt darin ihr Vorgehensmodell und gibt viele Hintergrundinformationen.

Product Roadmaps Relaunched von C. Todd Lombardo, Bruce McCarthy, Evan Ryan

Dieses Buch ist ein sehr guterLeitfaden für Produktmanager*innen, die Roadmaps auf hohem Niveau entwickeln wollen. Mit großer Klarheit und vielen reellen Beispielen zeigen die Autoren was gute Roadmaps ausmacht, und welche Informationen auf keinen Fall fehlen dürfen.

In der nächsten Session 6 geht es um die Priorisierung von Themen für die Roadmap. Bis gleich. 


Zurück zur Übersicht

Impressum | Datenschutzerklärung | AGB